Bild: Frau Privatdozentin Dr. med. Daniela Berg, Universität Tübingen bei der Durchführung des Ultraschalldiagnoseverfahrens unter kritischem Blick von Michael Kelly bei einer Jungerkrankten der SCHNECKENHAUS-Selbsthilfegruppe im Februar 2005.
Die Parkinsonerkrankung, auch Morbus Parkinson, ist die zweithäufigste Bewegungsstörung mit einer Zunahme des Vorkommens im höheren Lebensalter, so dass ca. 1% der 60ig Jährigen und 3% der 80ig Jährigen betroffen sind. Trotz intensiver Forschung ist die Ursache der Erkrankung bis heute nicht geklärt. Bisher war es auch nicht möglich mit routinemäßig verwendeten, strukturell bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT) beim Morbus Parkinson krankheitstypische Veränderungen darzustellen. So war es eine bahnbrechende Neuigkeit, als Professor Georg Becker und seine Arbeitsgruppe 1995 (Uniklinik in Würzburg) erstmals eine mittels transkranieller Sonographie detektierte vermehrte Echogenität der Substantia nigra als krankheitstypisches Merkmal beschrieben. In den folgenden Jahren konnte die Forschungspreisträgerin 2004 unserer Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung, Frau Dr. Daniela Berg in Zusammenarbeit mit Prof. Becker zeigen, dass dieses Ultraschallmerkmal bei über 90% der Parkinsonpatienten vorkommt. Auch zeigte sich, dass dieser Ultraschallbefund hilfreich in der Abgrenzung von parkinson-ähnlichen Erkrankungen ist. Zunehmende Bedeutung erlangte der Befund durch die Erkenntnis, dass das Ultraschall Merkmal einer vermehrten Echogenität der Substantia nigra auch bei ca. 8-9% der gesunden Bevölkerung vorhanden und hier als Zeichen einer Veranlagung für eine verminderte Funktion des bei der Parkinsonerkrankung betroffenen dopaminergen Überträgerstoffsystems zu werten ist. Dr. Berg (jetzt in der Uniklinik in Tübingen) konnte zeigen, dass im höheren Alter oder als Nebenwirkung bestimmter in diesem System wirkender Medikamente (Neuroleptika) bei gesunden Menschen mit diesem Ultraschallbefund parkinson-ähnliche Zeichen auftreten können und es bei einigen, wahrscheinlich im Zusammenspiel mit anderen Faktoren, zu einer Parkinsonerkrankung kommen kann. Die Methode wird mehr und mehr von Würzburg und Tübingen ausgehend zum Routineverfahren bei der Parkinsondiagnostik.
Die Ultraschallbehandlung ist relativ kostengünstig (z.B. gegenüber CT, MRT und vor allem PET) mit wichtigem Aussagewert und nach jetzigem Kenntnisstand für den Patienten völlig unbelastend. |
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