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Muhammad Ali

Riesa 2002

AKTIONEN | Muhammad Ali | Riesa 2002 | Vorwort

In Riesa wurde ein großer Traum war. Wir haben ihn Kinder des Kindergartens °Am Kirschberg" und der Leiterin Frau Menzer sowie OB Köhler und Sektretärin zu verdanken. Die sächsiche Stadt Riesa an der Elbe und ihre Menschen bleiben uns deshalb in besonders guter Erinnerung. Wir haben Muhammad Ali und seine Frau Lonnie bei einem ersten kurzen Treffen persönlich kennenlernen dürfen...

Nachfolgend in Text und Bild, die schönen Tage in Riesa ...

Bild: Muhammad Ali betritt am Donnerstag, den 27. Juni 2002 erstmals Riesaer Boden... und wir sind dabei !!!

Abfahrt in Florstadt am Mittwoch, den 26. Juni 2002

Bild: Die Kinder vom Kindergarten "Sonnenschein" aus Stammheim, Heide, Hermann, der Florstädter Bürgermeister Herbert Unger, Hans-Wilhelm Stürz, die Leiterin des Stadener Kindergartens Stena Schäfer, die Leiterin des Sozialamtes in Florstadt Frau Backes und die Leiterin des Kindergartens Sonnenschein Frau Freitag haben sich im Garten des Florstädter Rathauses zum Abschiedsfoto zusammen mit der Schaukel-Schnecke für Mohammad Ali eingefunden !

Ankunft in Riesa am Donnerstag, den 27. Juni 2002

Bild: Erster Blick auf Riesa von Dresden her ...

Bild: ...die ersten beiden Riesaer waren so freundlich, daß sie uns mit Auto sogar bis zur Kindertagesstätte am Kirschberg lotsten !

Bild: ... versteckt hinter viel Grün auf einem Hügel die KITA

Bild: ... die hilfsbereite und engagierte Leiterin Frau Menzer mit zwei fleißigen Helfern liegt uns im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen ! Zusammen mit ihren Kindern bereitet sie die "schnecklichen" Begrüssungsgaben für Muhammad Ali vor ...

Bild: Heide beobachtet den ersten Praxistest der mitgebrachten Schnecken-Schaukel !

Bild: Feuerwehr und hilfsbereite Hausmeister sind sofort zur Stelle, um eine "Großschnecke" in hohen Bäumen zu befestigen !

Bild: Am Mittag vor dem Hotel Mercure Kinder und Mitarbeiter der KITA am Kirschberg vor laufender Kamera bei der Generalprobe eines Begrüssungsliedes für Muhammad Ali !

Bild: Heide (Cuntz) und Hermann (Terweiden) mit ihrem "Ali-Mobil" sind auch rechtzeitig zur Begrüßung eingetroffen !

Bild: einer von vielen kleinen "Empfangschefs" mit kunstvoll gestalteten Schnecken-Plakaten !

Bild: bei starkem Wind und langer Wartezeit für die Kleinen, haben die netten Betreuerinnen allerhand zu tun !

Bild: Das mit Fotos, Schnecken-Botschaften und bunten Bildern herzlich gestaltete "Haupt"-Empfangsplakat für den weltbekannten Gast aus Amerika !

Bild: Das darf Hermann hocherfreut auch einmal ganz kurz anfassen !

Bild: vom langen Warten ermüdet findet ein kurzer "sit in" statt !

Bild: na wann kommt er denn endlich ?

Bild: die Ungeduld wird mit Tanz überbrückt !

Bild: ...endlich ist er da ... und wird zuerst von Riesaer Kindern begrüßt ...

Bild: die ihm auch das große Plakat mit der Schnecke unserer PARKINSON-Initiative überreichen !

Bild: Muhammad Ali nimmt es zwar wortlos aber mit einem sichtbaren (nur noch ganz selten) lächeln entgegen !

Bild: Er bedankt sich mit einem Zaubertrick

Bild: und läßt mehrmals zum Erstaunen aller ...

Bild: ein rotes Tuch in seiner Hand verschwinden !

Bild: Anschließend wird Hermann von einem der vielen Fernsehleuten gefragt, wie es war, Muhammad Ali die Hand zu geben ! (Heide hatte nach den Kindern Kontakt mit Muhammad Ali aufgenommen, ihn begrüßt sich und Hermann als Initiatoren des SCHNECKENHAUSES, der ersten Begegnungs-, Informations- und Wohnstätte von und für Parkinsonkranke im hessischen Florstadt-Staden vorgestellt! Zum Dank erhielt Heide ein Autogramm auf die Titelseite "ihres" Buches "Wie die Schnecken zu ihrem Haus kamen!" und Hermann einen langen Händedrucks seines großen Vorbildes!)

Freitag, der 28. Juni 2002 in Riesa

Bild: Am Eingang der Risaer Fußgängerzone bauen wir unsersen Info-Stand auf ...

Bild: und ziehen mit Geschenkband und von Kinderhand buntbemalten Schneckenplakaten erste "glänzende" Spuren durch Riesa !

Bild: Die als Gastgeschenk für den Oberbürgermeister Wolfram Köhler mitgebrachte Hessen-Schnecke haben wir auch dabei. Nach 2 Hessentags-Umzügen (1997 in Korbach und 2002 in Idstein) soll sie zum Dank für die großartige Leistung, Muhammad Ali nach Riesa zu holen, zukünftig in Sachsen bleiben!

Bild: Auch Werner Teichert (u.a. Erbauer des 1. Schnecken-Karussells) aus Osterburg kommt aus dem Staunen nicht raus ! Nicht nur in Risaer Geschäften sind die Schnecken der PARKINSON-Initiative zu sehen, sondern auch auf Schautafeln im Rathaus !

Bild: In der Einrichtung des ASB für Betreutes Wohnen in der .... straße wurden auch von älteren Menschen "glänzende" Spuren gebastelt !

Bild: In der Kindertagesstätte am Kirschberg zeigen die Kinder stolz ihre Kunstwerke !

Bild: Hermann bedankt sich bei den vielen kleinen Risaer Künstlern die das erste Zusammentreffen mit Muhammad Ali erst möglich gemacht haben ...

Bild: es ist nicht nur ein besonders schön gestaltetes Kunstwerk ...es besitzt auch einen hohen Eigenwert !

Bild: Besonders hat es ihm ein außergewöhnlich großes Schnecken-Plakat angetan ...

Bild: es ist nicht nur ein besonders schön gestaltetes Kunstwerk ...es besitzt auch einen hohen Eigenwert !

Bild: Es ist das Bestellformular für 100 Stück des vereinseigenen Vers- und Malbuch "Wie die Schnecken zu ihrem Haus kamen" (ISBN: 3-9808476... zum Preis von 7,50 €).

Bild: Aus den Händen der Leiterin, Frau Menzer nimmt Hermann den mit Abstand größten Bestellauftrag entgegen !

Bild: Dankbar und glücklich bestaunt er den Großauftrag

Bild: ... und lässt sich mit dem wertvollen Dokument fotografieren

Bild: Bedankt sich herzlich bei den kleinen und großen "Auftraggebern" ...

Bild: und übergibt eine Tasche mit Süßigkeiten für die Kinder und einem T-Shirt für die Leiterin!

Bild: ... und Heide übergibt den Kindern das wertvollste Geschenk ... eine Schneckenschaukel aus Holz von der JVA-Wiesbaden

Bild: Die "Erdgas-Arena" vom Parkplatz aus ...

Bild: Vor der Risaer "Erdgas-Arena" tut sich was ... schon eine Stunde vor offiziellem Beginn um 20.00 Uhr beginnt das rege Treiben und so manches Interviewe !

Bild: Am seitlichen VIP-Eingang scharen sich die Menschen !

Bild: Heide, Klaus Mummert und Hermann haben sich am roten Teppich an dem in der Mitte gelegenen Haupteingang einen guten Platz gesichert !

Bild: Bei der Vorfahrt von Muhammad Ali mit einer halben Stunde Verspätung (unabhängig von der Erkrankung Parkinson hält sich der Weltstar stärker an seine eigene "Ali-Time", die nie mit den offiziellen Zeitangaben übereinstimmt!)

Bild: Muhammad Ali, Sicherheitschef ... und Sachsens neuer Ministerpräsident erleben ein Blitzlichtgewitter, wie es bis dahin in Riesa, einer Stadt mit rd. 20 % Menschen ohne Arbeit, noch nie stattgefunden hat !

Bild: Jeder will wenigstens einen Schnappschuß mit dem Jahrhundertsportler und UN-Botschafter mit nach Hause nehmen !

Bild: Muhammad Ali beginnt seinen nicht für möglich gehaltenen Weg, alleine laufend, bis zur Bühne (geschätzte Entfernung ca. 130 Meter !) und gibt dabei noch das eine oder andere Autogramm !

Bild: Da kann selbst Sachsens Ministerpräsident im Vordergrund nur staunen !

Bild: Ali schafft es sogar, dabei die Hand zum Winken zu heben !

Bild: Die Sicherheitsbeamten und sein Freund und Manager Howard Bingham haben dabei allerhand zu tun !

Bild: Auch die rund 300 Medienvertreter bekommen nichts geschenkt !

Bild: Oberbürgermeister Köhler bringt noch schnell seinen Redetext in Sicherheit ... er ist während des Deutschlandaufenthaltes auch Ali's Chauffeur !

Bild: Der Ministerpräsident ist hocherfreut über den weltbekannten Staatsgast, der Sachsen für einige Tage positive Schlagzeilen beschert !

Bild: Für viele Parkinsonkranke ist Gedränge ein unüberwindliches Hindernis ! Muhammad Ali zeigt auch hier, das er der größte ist !

Bild: Selbst als Schatten, zeigt Udo Lindenberg auf seine Art, höchsten Respekt vor Muhammad Ali's nicht nur sportlich gesehen, außergewöhnlichen Leistungen (er bedankt sich gerade bei der hübschen Begleitsängerin von Udo)!

Bild: Die ehemaligen deutschen Gegner Jürgen Blin (Zürich 197 ) und Karl Mildenberger (Frankfurt 1966) bedanken sich bei Ali für sein kommen ... dann tobt die Halle, als Muhammad Ali Karl Mildenberger spontan eine halbe Minute lang einen kleinen Showkampf liefert !

Bild: Von Axel Schulz bekommt Muhammad Ali sein Lieblingsgetränk, einen Schokolade-Milch-Shake serviert

Bild: Werner Teichert, Michael Kelly, Heide und Hermann begießen das einmalige Erlebnis anschließend in einem irischen Pub !

Am Samstag, den 29. Juni 2002 in Riesa...

Bild: Auf der Fahrt durch die Fußgängerzone lernen wir so manches Risaer Schicksal kennen !

Bild: Am Elbufer treffen wir auf zwei liebe Menschen, die sofort gefallen an unserem Rollfiets finden !

Bild: Vor der Erdgas Arena treffen wir uns mit Marcus und Marcel, die am Vortag für uns im "Verkauf" tätig waren. Wir bedankten uns mit zwei Eintrittskarten für die Filmpremiere.

Bild: Renate und Dieter Letebrink, luden uns nach der Probefahrt am Elbufer zum Mittagskkaffee in ihr hübsch renoviertes Haus ein !

Bild: Am Abend kurzer "Kontroll"-Besuch bei Isabells Schnecke vom Hessentagsumzug in Idstein.

Bild: Überall begegnen uns an Risaer Geschäften die eigenen Schneckentiere unserer PARKINSON-Initiative

Letzter Tag in Riesa am Sonntag, den 30. Juni 2002 ...

Bild: Muhammad Ali begrüßt besonders gut gelaunt, den jüngsten Risaer Fan !

Bild: Freundlich nimmt er die Abschiedsgrüsse entgegen ...

Bild: und beginnt den Tag wieder mit schwerer "Arbeit" ... er schreibt Autogramme !

Bild: Für Parkinsonkranke kann das Schreiben zur Qual ja sogar zum unüberwindlichen Hindernis werden ... bei Muhammad Ali hat man das Gefühl ...

Bild: das - ähnlich wie früher im Ring - bei ihm zwar sehr langsam aber dafür elegant von statten geht !

Bild: Mit einer Leichtigkeit, wie wir sie bei Parkinsonbetroffenen in diesem Krankheitsstadium noch nie erlebt haben ...

Bild: --- signiert er sogar die weiße Hotelwand ...

Bild: und zeigt auch hierbei, daß er der "größte aller Zeiten" ist ! Da kommt so mancher Zuschauer aus dem Staunen nicht raus !

Bild: Auch Hermann kann sein Glück kaum fassen ...

Bild: so nah an seinem großen Vorbild dran zu sein !

Bild: Interessiert folgt er Heides Erklärungen über die "Schnecken"...

Bild: läßt sich Abbildungen in unserem Vers- und Malbuch ...

Bild: "Wie die Schnecken zu ihrem Haus kamen" (zu 7,50 € + Porto bei uns bestellbar) zeigen ... und schreibt sein Autogramm in ein Exemplar !

Bild: Was wir in unseren kühnsten Träumen nicht für möglich hielten ...
Muhammad Ali ist bereit zum "Gruppenfoto" ...
das nicht nur in der Parkinsonszene hoffnungsvolle Beachtung finden wird sondern auch für die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit für das Pionierprojekt "SCHNECKENHAUS" hilfreich eingesetzt werden kann !

Bild: Hermann ist zum zweiten Mal gerührt, als Muhammad Ali ihm ein Autogram aufs neue T-Shirt genau in die Mitte über den Schriftzug "ALI Thank You Riesa" schrieb !

Bild: Mit soviel Herzlich- und Warmherzigkeit hatte er bei einem so Prominenten Menschen nicht gerechnet ...

Bild: Abschiedsfoto mit Howard Bingham, der Muhammad Ali schon 40 Jahre als Fotograf begleitet !

Bild: Gruppenbild mit dem jungen Berliner Arzt ....., der mit Muhammad Ali am Abschiedsmorgen gefrühstückt hat !

Bild: Kurzes sehr freundliches Gespräch mit Ali's Frau Lonnie ...

Bild: der wir Holzschnecke, T-Shirt und Vers- und Malbuch als ...

Bild: Bordgepäck mit auf die 15 Stunden lange Rückreise geben !

Bild: Muhammad Ali wird schließlich von seinem Chauffeur, Oberbürgermeister Köhler persönlich abgeholt ...

Bild: und in dichtem Gedränge nach draußen geleitet !

Bild: Zurück blieben überglückliche Fan's

Bild: Wieder einmal ging eine Vision in Erfüllung, die mit der Hilfs- und Imageaktion "PARKINSON-Initiative: Together in a peacefull future!" für Sarajevo im Jahr 1996 ihren Anfang nahm ... von dieser Zeit an versuchte Hermann in persönlichen Kontakt mit dem größten aller Zeiten zu kommen! Vor allem Dank Heide ist es ihm endlich gelungen !

PRESSEECHO ...

Muhammad Alis etwas anderer Kampf Dienstag, den 9. Juli 2002

Florstadt. Schwer gezeichnet von der Parkinsonkrankheit ist Boxlegende Muhammad Ali: Trotzdem folgte er der Einladung von Oberbürgermeister Wolfram Köhler und kam zur Europapremiere des autobiografischen Films "Ali" nach Riesa (Sachsen). Alis Aufenthalt nutzten die parkinsonkranken Hermann Terweiden und Heide Cuntz – die Initiatoren der 1. Begegnungs-, Informations- und Wohnstätte von und für Parkinsonkranke mit dem Namen "Schneckenhaus" in Florstadt-Staden – um den ehemaligen Boxer kennen zu lernen. Gemeinsam mit ebenfalls erkrankten Freunden waren sie angereist, um ihre Hochachtung und Dankbarkeit für Alis Engagement für Parkinsonkranke zu zeigen.

Als Terweiden vor vier Wochen von Alis Deutschland-Besuch erfuhr, hatte er eine Idee. Er wollte die lachende Schnecke, das Vereinssymbol, medienwirksam bekannt machen und Ali gleichzeitig eine Freude bereiten. Er schrieb kurzerhand 28 ortsansässige Kindergärten an und bat die Kinder darum, bunte Schnecken zu malen, die dann in Riesa aufgehängt werden sollten. Außerdem wurden bundesweit Kindereinrichtungen um Hilfe aufgerufen. Jeder Kindergarten, der dem Aufruf folgte, erhielt das von Terweiden entworfene Vers- und Malbuch "Wie die Schnecke zu ihrem Haus kam". Die Erwartungen der hessischen Initiatoren wurde weit übertroffen. Als sie in Riesa ankamen, trauten sie ihren Augen nicht: Überall hingen Schneckenkunstwerke, sogar im Hotel Mercure, in dem Ali untergebracht war.

Mit Rücksicht auf dessen Gesundheitszustand war bei seiner Begrüßung im Hotel nur eine kleine Abordnung von Kindern geladen. Trotzdem schafften es Terweiden und Cuntz, dabei zu sein. Ohne sich helfen zu lassen, stieg Ali langsam einer Limousine. Die Kindergartenkinder begrüßten ihn mit einem Lied und Schneckenplakaten. Ali bedankte sich, indem er ihnen eine Zaubertrick vorführte. Anschließend streichelt er ihnen freundlich den Kopf. Dann war der große Augenblick für Terweiden und Cuntz gekommen. Sie drängelten sich vor, stellten sich Ali vor und bekamen von ihm ein Autogramm. Danach schüttelte er seinem großen Fan, Herrmann Terweiden, ganz lange und freundlich die Hand.

Muhammad Ali ist schwer krank, er kann nur noch wenig lesen und leise sprechen. Auch das Laufen und Schreiben ist nur noch mit größter Kraftanstrengung möglich. Er allerdings lässt sich nicht unterkriegen. Mit dieser Einstellung hilft er nicht nur sich selbst, er macht allen Menschen mit Behinderungen Mut. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta bewies Ali einem Milliardenpublikum, dass es wichtig ist, sein "eigenes" Schneckenhaus zu verlassen und am öffentlichen Leben teilzunehmen. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit entzündete er, am ganzen Körper zitternd, die olympische Flamme.

Seitdem ist Muhammad Ali für Hermann Terweiden das größte lebende Vorbild "aller Zeiten". Die Boxlegende sei der beste Beweis dafür, was Menschen leisten können, wenn sie nicht aufgeben, sondern aktiv und zuversichtlich bleiben. Dies habe Ali Besuch in Riesa gezeigt.

Selbst der 52 Jahre alte Terweiden, er leidet seit fast 40 Jahre an der Parkinsonkrankheit, kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Am Premiereabend des Films schaffte es Ali nicht nur etwa 100 Meter auf einem roten Teppich durch ein Spalier von rund 3500 Menschen zu laufen und eine Boxeinlage mit Karl Mildenberger auf der Bühne einzulegen, sondern auch eine Gedenktafel zu unterschreiben.

An Tag vier seines Deutschlandaufenthaltes trat Muhammad Ali seinen 15-stündigen Heimflug an. Besonders gut gelaunt erfüllte er im Hotel großzügig und warmherzig Autogrammwünsche. Jetzt wurden die beiden Schneckenhäusler vollends für ihr Engagement zur Verbesserung der Lebens- und Wohnbedingungen von Parkinsonkranken in Deutschland belohnt. Es wurden viele Fotos mit Ali und dessen Frau Lony gemacht, es gab weitere Autogramme und die Möglichkeit, Vers- und Malbuch, eine Holzschnecke und Schnecken-Tragetasche sozusagen als Bordgepäck mitzugeben.

Wichtig war auch, einen ersten persönlichen Kontakt aufzubauen. Sobald eine Lösung für den Transport der in der Justizvollzugsanstalt in Wiesbaden hergestellten Schnecken-Schaukel aus Holz gefunden ist und die eigene Homepage mit allen Hintergrund Informationen und Bildern vom Ali-Besuch in Riesa ergänzt ist, wird dieser weiter ausgebaut. Sollten es Terweiden und Cuntz nicht alleine schaffen, dann bitten sie wieder Kinder um "schneckliche" Mithilfe.

Quelle: Frankfurter Neue Presse
Mit Muhammad Ali's Besuch in Riesa beginnen nicht nur für Parkinsonkranke "schneckliche" Zeiten !
Freitag, den 5. Juli 2002
Die Boxlegende Muhammad Ali war vergangene Woche vier Tage in Deutschland. Er kam auf Einladung des Oberbürgermeisters Wolfram Köhler zur Europapremiere seines autobiographischen Films “Ali” nicht in die Metropolen nach Berlin, Hamburg oder München. Er kam in die Provinz nach Riesa, einer sächsichen Stadt zwischen Dresden und Leipzig. Mit ihm kam viel Prominenz aus Politik, Sport und Show Business. Vom vor einigen Wochen neu gewählten sächsichen Ministerpräsident Georg Milbradt, über seine ehemaligen Gegner Jürgen Blin und Karl Mildenberger sowie Henry Maske und Axel Schulz aus der Boxszene, bis hin zu Udo Lindenberg und Martin Semmelrogge. Sie alle kamen zu Ehren des von der Parkinsonkrankheit schwer gezeichneten Muhammad Ali. Auch die parkinsonkranken Hermann Terweiden und Heide Cuntz, die Initiatoren der 1. Begegnungs-, Informations- und Wohnstätte von und für Parkinsonkranke namens SCHNECKENHAUS im hessischen Florstadt-Staden hatten ein besonderes Interesse, Muhammad Ali kennenzulernen.. Sie und ihre ebenfalls erkrankten Freunde aus Osterburg, Frankfurt und Stuttgart waren gekommen, um ihre Solidarität, Hochachtung und Dankbarkeit für sein engagiertes öffentliches Engagement zu zeigen.
In Deutschland gibt es leider keinen “lautstarken” Fürsprecher für die Anliegen der rund 250.000 Parkinsonkranken. Die ideenreichen parkinsonkranken Hessen, versuchen deshalb, ihr Vereinssymbol, eine freundlich lachende Schnecke mehr und mehr zur “Schirmherrin” für ihre und die Belange anderer nicht im Rampenlicht stehender Menschen bekannt zu machen. Sie waren u.a. nach Riesa gekommen, weil selbst der schwerkranke Muhammad Ali wie zu sportlichen Hochzeiten noch rund 300 Medienvertreter aus dem In- und Ausland in den Osten Deutschlands lockte. So war die Möglichkeit, in völlig neuen Dimensionen ihr Schnecken-Symbol, welches die Menschen freundlich auffordert, aktiv am Leben teilzunehmen, die Krankheit Parkinson und die eigenen und fremden Sorgen und Probleme im Umgang mit der noch nicht heilbaren Krankheit bekannt zu machen. Sie haben mit dem Aus-, Um- und Neubau eines alten Fachwerkhauses trotz eigener Krankheit und fehlender Geldmittel eine bisher einmalige Einrichtung für die krankheitsgerechte Unterbringung von sechs Parkinsonkranken geschaffen. Wie in vielen Familien, ist aber die rund-um-die-Uhr-Betreuung ihrer vier schwersthilfsbedürftigen Mitbewohner (drei Pflegestufe III und einer Pflegestufe II) nicht zufriedenstellend gelöst. Trotz Unterstützung eines externen Pflegedienstes liegt seit nun schon drei Jahren die Hauptlast der Versorgung bei den beiden ebenfalls kranken Initiatoren! Seit vor rund vier Wochen Hermann Terweiden von Muhammad Ali’s Besuch in Deutschland aus der Presse erfuhr, hat er wie eliktrisiert, alle Hebel in Bewegung gesetzt, sein großes Vorbild, endlich persönlich kennenzulernen. Dabei machte er sich vor allem die am diesjährigen 6. Welt-Parkinson-Tag im April von seinem kleinen aber sehr aktiven Selbsthilfeverein angestoßene PARKINSON-Initiative© JUNG hilft “ALT” zu nutze! Er nahm Kontakt mit dem Riesaer Rathaus auf, schrieb kurzerhand 28 ortsansäßige Kindergärten und Grundschulen an und bat um Mithilfe, Muhammad Ali standesgemäß zu begrüßen. Als Vorleistung erhielt jede Riesaer Einrichtung ein Exemplar des vereinseigenen Vers- und Malbuches “Wie die Schnecken zu ihrem Haus kamen” im Wert von 7,50 €. Mit Hilfe der Kinder sollten kleine Plakate mit mit der Vereins-Schnecke und der Betextung “Thank you Muhammad Ali” + “Together in a peacefull future” bunt bemalt in der Stadt verteilt werden. Über die eigene Homepage: www.parkinsonweb.com wurden zusätzlich bundesweit vor allem über Parkinsonkranke weitere Einrichtungen mit Kindern um kurzfristige Hilfe gebeten. Besonders erfolgreich war der Aufruf bei den Florstädter Kindergärten, die alle mit zum Teil tollen eigenen Kunstwerken mitmachten. Übertroffen wurden sie nur von Riesaer Einrichtungen, die trotz beginnender Ferien in Sachsen, sich mächtig ins Zeug legten, um der Bitte von Parkinsonkranken nachzukommen. Besonders die Kindertagesstätte am Kirchberg in Riesa, angeführt von der engagierten Leiterin Frau Menzer leistete mit außergewöhnlichen Kunstwerken eine nicht für möglich gehaltene Vorarbeit. Kindergärtnerinnen und Kinder gestalteten die von DINA 4 auf DIN A3 vergrößerten Schnecken-Plakate nicht nur mit bunten Farben, sie beklebten sie zusätzlich mit Glasperlen, bunten Plastikteilen, farbigem Stoff und sogar gefärbten Federn. Die hessischen Initiatoren kamen aus dem Staunen nicht heraus, als sie bei ihrer Ankunft in Riesa in Geschäften, im Rathaus und sogar im Hotel Mercure, in dem Muhammad Ali nächtigte auf die freundlich lachende Schnecke ihrer PARKINSON-Initiative© trafen. Neben diesem ideellen Erfolg, erhielten sie im wirtschaftlich hinterherhinkenden Osten unseres Landes kaum angekommen, von besagtem Kindergarten, die mit Abstand größte Buchbestellung für ihr am Nikolaustag letzten Jahres herausgebrachtes Vers- und Malbuch. von 100 Stück! Sie bedankten sich spontan mit einem riesigen Schneckentransparent, daß sofort von der Feuerwehr im Garten des Kindergartens an hohen Bäumen zur Freude der Kinder befestigt wurde. Zur weiteren “Belohnung” erhielt die Kindertagesstätte eine dicke Mappe mit kindgerecht von dem Oberhausener parkinsonkranken Lehrer Uli Rudolph vorbereiteten Arbeitsblättern zum Thema Parkinson und Schnecken sowie eine Schnecken-Schaukel aus Holz im Wert von 160,-- €. Mit Rücksicht auf die Gesundheit von Muhammad Ali, war von den Organisatoren im Riesaer Rathaus nur eine Abordnung von Kindern und Kindergärtnerinnen des Kindergartens Kirchberg zur offiziellen Begrüßung am Hotel vorgesehen. Trotzdem hatten die beiden parkinsonkranken Hessen irgendwie davon erfahren. Medienwirksam ergänzten sie das mit vielen Schnecken-Plakaten ausgestattete Empfangskomittee mit ihrem Rollfiets, einem kombinierten Fahrrad mit Rollstuhll. Chauffiert vom Riesaer Oberbürgermeister Wolfram Köhler, eskortiert von Polizei und vielen Bodygards eines privaten Wachdienstes traf der berühmte Gast am Hotel Mercure ein. Ohne sich helfen zu lassen entstieg er langsam aber würdevoll unter einem noch nie erlebten Blitzlichtgewitterr der neuen VW-Limosine. Die Kinder begrüßten ihn mit einem Lied und übergaben ihm Schnecken-Plakate. Er bedankte sich mit einem Zaubertrick, indem er ein rotes Tuch mehrmals in seiner Hand verschwinden ließ, streichelte den Kindern über den Kopf und drehte zwei von ihnen um und schrieb seinen Namen auf ihre T-Shirts. Alles ganz langsam, ohne ein Wort zu sagen, mit einem funkeln in den Augen trotzdem alles in seinen Bann ziehend. Heide Cuntz drängte sich couragiert durch die Kinderschar, stellte sich und ihren Partner kurz vor und streckte ihm ein Vers- und Malbuch entgegen. Er versah auch dieses mit seiner Unterschrift und gab danach seinem besonderen Fan, Hermann Terweiden ganz lang die Hand und sein vielsagender Blick rührte diesen zu tränen.
Muhammad Ali ist schwerkrank. Er kann nur noch wenig und leise sprechen. Auch das Laufen und Schreiben ist nur noch mit größter Kraftanstrengung möglich. Seine Körperhaltung ist parkinsontypisch vornübergebeugt, sein Gesicht erstarrt und kaum noch eine Gefühlsregung erkennbar. Jeder würde ihm zugestehen, wenn er aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen zu Hause in Michigan geblieben wäre.
Mit seiner Einstellung, sich trotzdem nicht zu verstecken, hilft er sich nicht nur selbst, sondern gibt allen Menschen mit sichtbaren bzw. “unsichtbaren” Behinderungen bzw. Benachteiligten ein wichtiges mutmachendes Signal! Bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 hat er sich und einem Milliardenpublikum erstmals eindrucksvoll bewiesen, daß es wichtig ist, sein “eigenes” Schneckenhaus zu verlassen und selbstbewußt am öffentlichen Leben teilzunehmen. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit entzündete er, am ganzen Körper zitternd die olympische Flamme! Seitdem ist für Hermann Terweiden, der einen ähnlichen Weg geht, Muhammad Ali – vor allem deshalb - das größte menschliche lebende Vorbild “aller Zeiten”! Er zeigt uns allen überdeutlich, was Menschen leisten können, wenn sie nicht aufgeben sondern aktiv und zuversichtlich bleiben!

Dies bewies Muhammad Ali auch an den Folgetagen in Riesa. Selbst der rd. 40 Jahre parkinsonkranke Hermann Terweiden, dem es mit seinen 52 Jahren auch immer wieder gelingt, auf mentalem Weg seine körperlichen Krankheitssymptome sozusagen außer Kraft zu setzen, kam aus dem Staunen nicht heraus! Am Premiereabend seines Films schaffte es sein großes Vorbild, nicht nur etwa 100 Meter auf einem roten Teppich durch ein Spalier von rd. 3.500 Menschen zu laufen, eine Boxeinlage mit Karl Mildenberger auf der Bühne einzulegen sondern auch eine Gedenktafel zu unterschreiben, obwohl in 3.500 Menschen nicht aus den Augen ließen und mehrmals während der lang anhaltenden Prozedure laut klatschten und dann wieder muksmäuschen still waren!
Am letzten Tag, zur Zeit, als sich unsere Fußballnationalmannschaft gerade im fernen Japan warm lief, machte sich Muhammad Ali wieder zum 15-stündigen Rückflug auf. Besonders gut gelaunt erfüllte er im Hotel großzügig und warmherzog weitere Autogrammwünsche einer kleinen Schar unentwegter. Jetzt wurden die beiden Schneckenhäusler vollends für ihr außergewöhnliches Engagement zur Verbesserung der Lebens- und Wohnbedingungen von Parkinsonkranken in Deutschland belohnt. Es wurde nicht nur eine Menge eigener Fotos zusammen mit Muhammad Ali und seiner Frau Lony gemacht, es gab weitere Autogramme und die Möglichkeit Vers- und Malbuch, eine Holzschnecke und Schnecken-Tragetasche sozusagen als Bordgepäck mitzugeben. Wichtig war auch einen ersten persönlichen Kontakt aufzubauen. Sobald eine Lösung für den Transport der in der JVA in Wiesbaden hergestellten Schnecken-Schaukel aus Holz gefunden ist und die eigene Homepage mit allen Hintergrundinformationen und Bildern vom Ali Besuch in Riesa ergänzt ist, wird dieser weiter ausgebaut. Sollten es die beiden Parkinsonkranken aus Hessen nicht alleine schaffen, dann bitten sie wieder Kinder um “schneckliche” Mithilfe !

Quelle: Vereinseigener Presse-Text - darf und soll benutzt und umformuliert werden

Das Leuchten in den Augen
Muhammad Ali besuchte Riesa – und jede Minute war es wert!

Tränen standen ihm in den Augen – Tränen der Rührung. Dabei war er nie ein weinerlicher Typ, ganz im Gegenteil. Er war das „Großmaul“, die „Lippe von Louisville“, er hat sich selbst zum „Größten“ ernannt und seine Gegner geschmäht. Doch auf der Fahrt von der Kleinstadt Riesa zum Flughafen Dresden-Klotzsche, da hat Muhammad Ali ein bisschen geweint. Vor Wehmut, weil er wieder weg musste aus Riesa, und vor Freude, weil ihm dort vier Tage voller Herzlichkeit und menschlicher Wärme beschert wurden.
Muhammad Ali hat Riesa besucht. Dieser simple Satz ist eigentlich immer noch nicht zu begreifen. Der größte Boxer aller Zeiten, der Jahrhundertsportler, ein Idol der gesamten islamischen Welt ebenso wie aller Farbigen dieser Erde, ein Idol aber auch vieler, die weißer Haut sind und nicht zu Allah beten – er war nicht in Paris, London oder Berlin, er war in der Erdgasarena in Riesa! Er ist zu den Menschen gekommen, die es nicht leicht haben in dieser Zeit, er ist gekommen, obwohl er schwer krank ist, Arme und Beine nicht mehr kontrollieren und kaum deutlich sprechen kann. Doch er ist, auch wenn es ihm schwer fiel, zu den Fans gegangen und hat mit zitternder Hand seinen Namenszug auf Plakate, in Bücher, auf Eintrittskarten gekritzelt. Klein ist die Schrift – kaum sind die Buchstaben zu unterscheiden. Aber es ist ein Ali-Autogramm, und es hat viele Menschen in Riesa glücklich gemacht, diesen Mann aus der Nähe zu erleben, vielleicht seine Hand zu drücken, ein Foto mit ihm zu knipsen. Ihre Augen leuchteten, und Alis Augen leuchteten zurück.
Überhaupt, dieses Leuchten: Man sah es, als er vor dem Hotel von Riesaer Kindern begrüßt wurde. Es flammte auf, als ihn seine früherer Gegner Karl Mildenberger beim Einmarsch in die Halle umarmte. Es war zu sehen, wenn er seinen Zaubertrick mit dem roten Tuch vollführte und als er von der Gruppe „Rest Of Best“ mit brillantem a-cappella-Rock’n Roll unterhalten wurde. An das Leuchten seiner Augen werden wir uns lange, vielleicht ewig erinnern.
Muhammad Ali war der beste Boxer, der je in einen Ring geklettert ist. Seine Kämpfe haben die Sportwelt erschüttert. Liston 1964, Foreman 1974, Frazier 1975, Spinks 1978 – diese Meilensteine stehen in Marmor gemeißelt im Geschichtsbuch des Sports. Muhammad Ali war aber viel mehr als der Boxweltmeister aller Klassen: Er hat sich gegen weiße Überheblichkeit aufgelehnt, als man wie Martin Luther King dafür eine Kugel in den Kopf bekommen konnte. Er hat die Teilnahme am Krieg in Vietnam verweigert, als dies Landesverrat gleichkam. Dafür ist er verurteilt worden, dafür hat er fast vier Jahre auf seinen Sport verzichtet und von ganz unten wieder angefangen. Und er hat es wieder bis ganz nach oben geschafft.
Sein größter Kampf dauert schon zwanzig Jahre, und er weiß, er wird ihn irgendwann verlieren. Parkinson ist derzeit noch unheilbar. Aber ein Muhammad Ali geht nicht vorzeitig k.o., er fightet auch im Kampf gegen die tückische Krankheit mit allem, was er hat. Er steht immer wieder auf, er kommt nach Riesa, obwohl er sich auf seiner Farm in Michigan zurücklehnen könnte, und jeder würde es verstehen. Diese Haltung ist es, die OB Wolfram Köhler meint, wenn er sagt, dass „Ali für mich immer viel mehr war als nur der beste Boxer“. Jene Einstellung ist es, die ihn „zu einem der wenigen Idole macht, die ich habe“ (Udo Lindenberg). Mit solcher Lebensfreude gibt er Menschen wie Hermann Terweiden Mut, der selbst Parkinson hat und in Hessen eine Selbsthilfegruppe leitet. Mit zwei ebenfalls parkinsonkranken Freunden war Terweiden nach Riesa gekommen. Die drei trafen Muhammad Ali, sprachen mit ihm, überreichten Geschenke und bekamen Autogramme. Sie waren vier Tage lang die glücklichsten Menschen der Welt. Schon das war Ali in Riesa wert!
Was bleibt noch von diesem Besuch? Natürlich haben einige Schreiberlinge intellektueller Oberlehrerblätter von westwärts der Elbe müde gelächelt, als er von ostdeutschen Unternehmern mit Kerzen, Nussknackern und Kaffeemühlen beschenkt wurde. Sicher kann man die Olympiaidee für 2012 emotionsgeladener präsentieren, als dies Ministerpräsident Milbradt tat. Aber es wird in Deutschland nirgends mehr eine Olympiavorstellung geben, auf der Muhammad Ali zu Gast ist. Und keine Fotos von Firmen, auf denen man das bekannteste Gesicht der Welt sieht. Die haben die Sachsen, haben die Riesaer Teigwaren, die Wurzener Kekse und das Oppacher Mineralwasser exklusiv. Wenn es hilft, diesen Produkten endlich im ganzen, vereinigten Land eine Chance zu geben, dann war auch dies Alis Besuch wert!
Und schließlich gab es da noch Istvan Kovacs. Der Trainer vom Riesaer Boxclub ist ein positiv Verrückter. Er opfert ungezählte Stunden „seinen“ Kindern, bringt ihnen das Boxen bei, erzieht sie zu Fairness und Sportsgeist, kurz, Kovacs ist in Riesa eine Institution. Am Freitag war er natürlich in der Arena, als Ali mit Mildenberger unter den stehenden Ovationen der 3 300 Gäste die „13. Runde“ boxte. Am Sonnabend Nachmittag ergatterte er vor der Ostprodukteschau am Zaun ein Autogramm und freute sich wie ein kleines Kind. Zwei Stunden später, als Ali wieder raus kam, stand Istvan natürlich immer noch dort. Da winkte ihn der „Größte“ heran. Die Sicherheitsleute ließen Kovacs über die Absperrung klettern, und Muhammad gab gegen ihn noch mal seinen berühmten Shuffle. Zwanzig Sekunden Schattenboxen mit Ali – Istvan Kovacs schwebt immer noch im siebten Himmel! Und auch das war den Besuch in Riesa wert!
Am Montag habe ich in einer TV-Aufzeichnung Lennox Lewis boxen sehen. Das ist der beste Schwergewichtler der Gegenwart, Vladimir Klitschko will ihn jetzt herausfordern. Lewis ist ein großartiger Boxer, Klitschko sicher auch. Den Schatten von Muhammad Ali verlassen sie nie!

Dies sind persönliche Eindrücke von mir, keine offizielle Meinung. Man kann das alles auch anders sehen, muss es aber nicht ...

U.P.Autor: Uwe Päsler
Viele Schnecken für Muhammad Ali Donnerstag, den 20.Juni 2002

„Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus e.V.“ und Riesaer Kinder gestalten Symbole
Im September 1994 wurde der Verein „Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus e.V.“ in Frankfurt/M. gegründet. Der Name „Schneckenhaus“ kommt daher, dass sich Parkinsonkranke oft wie in ein Schneckenhaus zurückziehen, weil sie auf Grund ihrer Krankheitssymptome (Zittern, Spracheinschränkung, Langsamkeit) oft auf Unverständnis in der Öffentlichkeit stoßen.
Motto des Vereins und sein Ziel ist es aber, dass die „Schnecke“ zwar ihr Haus immer zum Rückzug dabei hat, aber gerne unterwegs ist, es liebt, am Leben teilzuhaben und keine Hindernisse scheut.
Der Auftritt von Muhammad Ali zur deutschsprachigen Erstaufführung des Films „Ali“ ist eine gute Gelegenheit, mehr Parkinsonbetroffene aus ihrem „Schneckenhaus“ zu locken, um mit dem weltberühmten Boxer in Kontakt zu kommen.
Unter dem Motto „Together in a peaceful future“ wollen sowohl die Mitglieder von „Schneckenhaus“ e.V. als auch die Kinder aus Riesaer Kindertagesstätten als Zeichen ihrer Dankbarkeit Hunderte von Schnecken für ihr großes Vorbild gestalten. Diese sollen Muhammad Ali übergeben werden. Dazu bekommt er, wenn sich die Gelegenheit bietet, auch noch eine Schneckenschaukel sowie ein Vers- und Malbuch überreicht.
Durch Alis Besuch in Riesa hofft der Verein auf Unterstützung und Aufklärung für Parkinsonkranke. Um die vorbereiteten Schneckenplakate rund um Riesa aufzuhängen und zu verteilen, wünscht sich der Verein die tatkräftige Unterstützung vieler Riesaer Einwohner.

Kontakt: www.parkinsonweb.com
Quelle: Pressestelle Riesa

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