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PATIENTEN-INFO-CENTER | Diagnose | Elektroenzephalografie (EEG)

Bild: Anlegen der Ableitungskabel der Gehirnströme

Die Elektroenzephalografie (EEG) ist die älteste elektrophysiologische Messmethode der Neurologie. Sie liefert Informationen über die Funktion des Gehirns. Mit dem EEG werden hirnelektrische Aktivität mittels Elektroden in Form von Wellenmustern gemessen und die Ableitung auf einem Papierstreifen aufgezeichnet. Das damit gewonnene Kurvenbild heißt Elektroenzephalogramm (EEG). Wie bei der Aktivität von Nerven und Muskeln kommt es auch bei der Tätigkeit des Gehirns zu minimalen elektrischen Spannungswechseln. Diese Veränderungen können verstärkt und gemessen werden. Es gibt eine typische EEG-Aktivität des gesunden, entspannten Wachzustandes. Davon unterscheiden sich die Aktivitäten in den verschiedenen Schlafzuständen, aber auch verlangsamte Aktivitäten bei Bewußtseinstrübungen oder bei zerebralen Abbauprozessen (Verwirrtheitszustände, Demenzerkrankungen). Zur Durchführung einer Elektroenzephalografie bedarf es eines Geräts, das die bioelektrischen Potenzialschwankungen im Gehirn mißt und aufzeichnet. Dieser Elektroenzephalograf mißt die hirnelektrischen Ströme im Ruhezustand und bei Aktivität, die durch Reizungen der Sinnesorgane (optisch, akustisch) hervorgerufen wird. Dazu werden paarweise Elektroden (16 bis 20 Stück) an der Kopfhaut plaziert, so dass die elektrische Potenzialdifferenz zwischen Elektrodenpaaren in verschiedenen Kombinationen gemessen und auf Papier oder einem Bildschirm (Oszilloskop) aufgezeichnet werden kann.
Das konventionelle EEG liefert Informationen nur über die Hirnoberfläche. Informationen über die Aktivitäten an der Hirnunterseite (z.B. bei Epilepsie) können nur durch sogenannte Tiefenableitungen gewonnen werden; das sind dann im Grunde neurochirurgische Eingriffe, die nicht völlig ohne Risiko sind.
Dem zu untersuchenden Patienten werden die Elektroden an der Kopfhaut angebracht, wobei die Haare meist nicht rasiert werden müssen; um die Leitfähigkeit der Elektroden zu erhöhen, wird bei ihrer Anbringung ein leitendes Gel verwendet.
Der Patient liegt in Ruhe und mit geschlossenen Augen auf einem Behandlungstisch, während die Hirnströme mehrere Minuten lang gemessen werden. Der Patient wird aufgefordert, für kurze Zeit (1 Minute während der 10 bis 20 Minuten dauernden Messung) die Augen zu öffnen, dadurch wird die normale entspannte Ruheaktivität des Gehirns unterbrochen (visuelle Blockadereaktion).

Es kann sein, dass der Arzt durch Provokationsverfahren (Photostimulation mit einem Stroboskop, Schlafentzug) die Aussagekraft der Untersuchung beeinflußt (wichtig im Rahmen der Epilepsie-Diagnostik).
Die Aufzeichnung wird vom Arzt auf Asymmetrien zwischen den beiden Hirnhälfte sowie auf Frequenzverlangsamungen und sonstige ungewöhnliche Wellenformen hin analysiert. Das EEG zeigt Veränderungen an, die auf eine Funktionsstörung des Gehirns schließen lassen:

Bewusstseinstrübungen, Schlafstörungen, Hirnhautentzündung oder Hirntumoren können dafür die Ursache sein. Bei zunehmender Bewußtseinsstörung (Koma) verlangsamen sich die per EEG aufgezeichneten Aktivitäten.
Ungewöhnliche Wellen im Aufzeichnungsbild weisen meist auf ein Anfallsleiden oder Krampfleiden hin (Epilepsie). Es gibt epilepsietypische Potenziale; typische EEG-Bilder bei Epilepsie ergeben sich jedoch nicht in allen Fällen. Das EEG spielt hier eine wichtige Rolle in der Verlaufskontrolle und bei der Therapieüberwachung (Effekt der antiepileptischen Medikamente).
Bei Patienten, die Schädel- oder Hirnverletzungen haben oder vor einer Operation am Gehirn stehen, wird meist eine intensive Langzeitüberwachung gemacht.
Bei Erkrankungen mit Veränderungen des Gehirns (Blutungen, Tumoren, Infarkte) finden ergänzend zu einem EEG bilddiagnostische Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanz-Tomographie (MRT) Anwendung.

Die Untersuchung von Hirnströmen ist für den Patienten vollkommen ungefährlich und verursacht keine Komplikationen.

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