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(chronologisch geordnet)

Schneckenkunst auf der 11. Documenta

Florstadt-Staden, den 6. August 2002

Ein besonderes „Kunststück“ macht die 11. Documenta in Kassel noch interessanter !

Ausgerechnet mit einer Schnecke, dem Symbol für Langsamkeit und Ausdauer, will die parkinsonkranke Künstlerin Isabel Krsnic in unserer hektischen Zeit Menschen in Schwung bringen! Mit dem freundlich lachenden Motiv sollen vor allem behinderte und kranke Menschen ermutigt werden, trotz persönlicher Probleme sich nicht in das „eigene“ Schneckenhaus zurückzuziehen! Die von der in Kronberg lebenden Künstlerin gemalte bunte Riesenschnecke 2 m auf 2,50 m groß, bringt ihre wichtige Botschaft so gut zum Ausdruck, daß sie damit zur wöchentlichen Siegerin des Hörerwettbewerbs „Kunststückder Woche“ bei HIT-Radio-FFH wurde! Für die Hobbykünstlerin aus der Provinz wird damit ein Traum war. Sie darf mit ihrem Bild nach Kassel, der Hauptstadt der Kunst ! Für 14 Tage wird ab Montag, den 5. August auf der 11. Documenta ihr Gemälde neben den Arbeiten weltbekannter Künstlerkollegen in einem von zwei
großen Schaufenstern der Kasseler Bank am Scheidemannplatz (ehemals Raiffeisenbank) Mitten in Kassel zu sehen sein!

Nicht nur die 45-jährige Isabel Krsnic ist hocherfreut über diese tolle Möglichkeit der Eigenwerbung, sondern auch die Initiatoren der 1. deutschen Beratungs-, Begegnungs-, Informations- und Wohnstätte von Parkinsonkranken in Florstadt-Staden, namens SCHNECKENHAUS, Hermann Terweiden und Heide Cuntz. Die in der Parkinson-Selbsthilfe-Bewegung besonders Aktiven Wetterauer baten ihre stets hilfsbereite Leidensgenossin Isabel Krsnic, für ihren Motivwagen beim Hessentagsumzug in Idstein, das Symbol des Trägervereins ihres Modellprojektes, eine freundlich lachende Schnecke auf ein großes Transparent zu malen. Schon beim Festumzug in Idstein, dem Höhepunkt des Hessentages 2002, erkannten Künstlerin und Ideengeber hautnah als Zugteilnehmer, wie gut
die freundlich lachende Schnecke bei Tausenden von Zuschauern ankam!

Leider gibt es für die rd. 250.000 Parkinsonkranken in Deutschland keine „lautsstarken“ prominenten FürsprecherInnen wie es z.B. die Verstorbenen, Juliane Herzog für die Mucoviscidosekranken und Hannelore Kohl für die Hirnverletzten waren. Beflügelt durch die guten Erfahrungen in Idstein, machten die beiden Florstädter ihre Vereins-Schnecke endgültig zur Botschafterin bzw. „Schirmherrin“ für ihre Interessen!

Schon eine Woche später im 500 km entfernten sächsichen Riesa an der Elbe, bestanden Isabels Großschneckengemälde und viele bunte, von Kindern ausgemalte und künstlerisch gestaltete kleine Schnecken-Plakate, den nächsten Praxistest als wirkungsvolle Fürsprecher für die Belange der an der chronsichen, neurologischen Krankheit Morbus Parkinson leidenden Menschen. Zu Ehren und zur Begrüßung des weltbekannten Parkinsonkranken, Muhammad Ali waren in der ganzen Stadt „glänzenden“ Spuren der hessischen PARKINSON-Initiative zu sehen. Dank ihrer „schnecklichen Mitstreiter“ ging ein großer Traum für die Initiatoren des Modellprojektes für krankheitsgerechtes Leben und Wohnen in Erfüllung. Es kam zu zwei persönlichen Kontakten mit ihrem großen Vorbild. Der
größte Boxer „aller Zeiten“ gibt mit seinem mutmachenden Verhalten trotz sehr auffälliger Parkinsonsymptomatik in der Öffentlichkeit Beispiele von größter Bedeutung!

Mit der Ausstellung der freundlich lachenden Schnecke von Isabel K. als „Kunstück der Woche“ auf der 11. Documenta in Kassel bestehen jetzt weitere öffentlichkeitswirksame Möglichkeiten, die sich die Schneckenhäusler nicht entgehen lassen wollen. Deshalb bringen sie ihr gutes Stück zusammen mit der Künstlerin am Montag, den 5.8. persönlich nach Kassel. Dort wollen Sie nicht nur das eigene Kunstwerk ausstellen, sondern mit einem kleinen Info-Stand möglichst 14 Tage lang über Parkinson informieren. Ihre bundesweite elektronische Suche nach Stand-Personal hatte zumindest im Kasseler Raum Erfolg. Jetzt wünschen sich die Initiatoren der Schnecken-Idee nur noch, daß viele Menschen, besonders Parkinsonkranke, der Symbolkraft von Isabel’s „Kunstückder Woche“ nicht wiederstehen können und durch ihren Besuch in derDocumenta-Stadt Kassel, zu einem neuen Rekordergebnis beitragen.

Mit freundlichen Grüßen !

Hermann Terweiden + Heide Cuntz
Initiatoren der 1. Beratungs- Begegnungs-, Informations- und Wohnstätte von
Parkinsonkranken namens SCHNECKENHAUS

P.S. Weiter Informationen können jederzeit über unsere Homepage: www-parkinsonweb.com abgerufen werden !

Zusatzinfos über die Künstlerin:
Isabel Krsnic hat ein vielseitiges künstlerisches Talent. Neben dem Malen, töpfert und musiziert sie. Zudem haben es ihr PC-Animationen im Internet angetan. Mit ihrem künstlerischen Wirken will sie sich und anderen Menschen Lebensfreude
und Kraft geben! Sie hat für sich selbst herausgefunden, dass ihr kreatives Wirken ganz entscheident mithilft, besser mit eigenen – vor allen Dingen - körperlichen Schwierigkeiten zurechtzukommen. Sie lebt von Kind an zwischen
den gerade in den letzten Jahren zunehmenden Extremen

völliger Steifheit und Starre ihres Körpers und überschiessenden Bewegungen ihrer Arme und Beine. Isabel K. ist schon mit 12 Jahren außergewöhnlich früh an Parkinson erkrankt. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, die noch
nicht geheilt werden kann. Geistig intakt, gerät vor allem der Bewegungsablauf von Parkinsonkranken immer mehr außer Kontrolle. Erschwerend kam für Isabel Krsnic noch hinzu, daß sie bis zu ihrem 35. Lebensjahr in medizinisch
unterversorgten Ländern lebte. In Peru geboren, ging Isabel K. mit 17 Jahren wg. wirtschaftlicher Perspektivenlosigkeit mit ihrer Großfamilie wieder zurück in die bosnische Heimat ihrer Eltern. Damit das Leben der gerade geborenen Tochter durch den Bürgerkrieg keinen Schaden nahm, flüchtete sie mit ihrem Mann 1992 nach Deutschland. Eine weitere positive Wende nahm das Leben der tapferen Einzelkämpferin in Sachen Parkinson Anfang letzten Jahres. Über das INTERNET lernte sie weitere jüngere Betroffene kennen. So fand sie auch den Weg zum SCHNECKENHAUS und seinen vielfältigen Aktivitäten. Aufgrund ihrer sympathischen und hilfsbereiten Art ist sie dort ein gern gesehener Gast !

Absenderangaben der Hilde-Ulrichs-Stiftung:

Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung
Entenfang 7, D-61197 Florstadt-Staden
Telefon: 06035/970306, FAX: 06035/970307
Internet: www.parkinsonweb.com
e-mail: parkinsonweb@t-online.de

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