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PRESSE | Veröffentlichungen 2008 |
(chronologisch geordnet) |
Neustart im Schneckenhaus |
Frankfurter Neue Presse, Ausgabe: Bad Vilbel, Donnerstag, den 31.12.2009
Neustart im Schneckenhaus
Die Parkinson-Selbsthilfe hat ihr Haus an die Behindertenhilfe im Wetteraukreis (BHW) verkauft. Diese möchte in dem Domizil betreutes Wohnen für behinderte Menschen einrichten. Der Verein Schneckenhaus löst sich im neuen Jahr auf.
Florstadt. Die Initiatoren des Stadener Patientenprojektes Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus, Hermann Terweiden und Heide Cuntz, sind am Ende ihrer Kräfte angelangt: Sie können wegen ihrer Krankheit die vielen Aktivitäten, die Beschaffung von Finanzmitteln und die Aufgaben der Hausverwaltung nicht mehr bewältigen.
Die Suche nach Nachfolgern für die bisherigen ehrenamtlichen Tätigkeiten sei leider erfolglos geblieben, schreiben sie. Deshalb hätten die Mitglieder bei ihrer Jahresversammlung einstimmig beschlossen, das vereinseigene Pionierprojekt Schneckenhaus an die Behindertenhilfe zu verkaufen.
Zur weiteren Reduzierung des Verwaltungsaufwandes wurde ferner beschlossen, den Verein nach Abwicklung aller Verkaufsmodalitäten bis Herbst 2010 aufzulösen. Wichtige Vereinsaktivitäten sollen künftig unter dem Namen der Hilde-Ulrich-Stiftung für Parkinsonforschung weitergeführt werden. Überschüsse durch den Verkauf des Schneckenhauses, weitere Vermögenswerte des Vereines, Mitgliedsbeiträge und Spenden kommen nach Abschluss aller Formalitäten der Hilde-Ulrichs-Stiftung zugute.
Die Stiftung zur Förderung der Parkinsonforschung wurde von Hermann Terweiden zu Ehren der 1997 verstorbenen Hilde Ulrichs gegründet, mit der er 1994 den Verein gründete, darüber das alte Anwesen erwarb und mit Selbsthilfeaktivitäten begann. Das Schneckenhaus bleibt weiterhin Sitz der Stiftung. Zudem dürfen Terweiden und Cuntz unbefristet dort wohnen bleiben, und der Mehrzweckraum steht bis Ende 2010 einmal im Monat kostenlos für die Selbsthilfe-Treffen zur Verfügung.
Da das Schneckenhaus auch mit öffentlichen Zuschüssen, Darlehen und Spenden finanziert worden sei, sei als Käufer nur eine gemeinnützige Organisation infrage gekommen, so Terweiden und Cuntz. Man sei erleichtert, mit der Behindertenhilfe einen Wetterauer Käufer gefunden zu haben, der einen angemessenen Preis zahle und alle Vereinsverpflichtungen gegenüber öffentlichen und privaten Geldgebern übernehme. fnp |
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Nach 15 Jahren: Aus fürs Schneckenhaus |
Wetterauer Zeitung, Mittwoch, den 23.12.2009
Nach 15 Jahren: Aus fürs Schneckenhaus
von Stephan Lutz
Florstadt-Staden (sl). Das »Schneckenhaus« wird es in seiner bisherigen Form nicht mehr geben. Am Montag unterzeichneten die Initiatoren des Projekts für Parkinson-Patienten einen Vertrag, wonach die Immobilie in den Besitz der Behindertenhilfe Wetterau übergeht.
Die Gallionsfiguren der »Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus«, Heide Cuntz und Hermann Terweiden, können aus Krankheitsgründen die vielfältigen Selbsthilfeaktivitäten, das Beschaffen von Geldmitteln und Aufgaben der Hausverwaltung im seitherigen Umfang nicht mehr bewältigen: Nach 15 Jahren kam deshalb nun das Aus. Die Suche nach dauerhaften Mitstreitern oder von Nachfolgern für die ehrenamtlichen Tätigkeiten blieb erfolglos. Deshalb wurde bei der letzten Vorstandssitzung und anschließenden Mitgliederversammlung des Vereins beschlossen, das vereinseigene Pionierprojekt Schneckenhaus an die Behindertenhilfe Wetteraukreis gGmbh zu verkaufen. Der künftige Eigentümer will das barrierefrei ausgestattete Anwesen in Staden für betreutes Wohnen von Menschen mit Behinderung nutzen. Um den Verwaltungsaufwand weiter zu reduzieren, wurde außerdem beschlossen, den Schneckenhaus-Verein nach Abwicklung aller Verkaufsmodalitäten bis spätestens Ende September 2010 aufzulösen.
Wichtige Vereinsaktivitäten sollen unter dem Namen der Hilde-Ulrich-Stiftung für Parkinsonforschung weitergeführt werden, die auf alle Fälle erhalten bleiben soll. Dazu werde deren Satzung erweitert, kündigte Hermann Terweiden an. Verbleibende Überschüsse durch den Verkauf des Schneckenhauses, weitere Vermögenswerte des Vereins, Mitgliedsbeiträge und Spenden sollen der Stiftung zugute kommen. Die Stiftung zur Förderung der Parkinsonforschung wurde von Terweiden zu Ehren der 1997 verstorbenen Hilde Ulrichs ins Leben gerufen. Drei Jahre zuvor hatten Ulrichs und Terweiden das alte Anwesen im Entenfang in Staden erworben, den Schneckenhaus-Verein gegründet und mit ersten Selbsthilfe-Aktivitäten begonnen.
Das mit privater und breiter öffentlicher Unterstützung geschaffene Schneckenhaus bleibt Vereins- und Stiftungssitz. Terweiden und Cuntz dürfen weiterhin eine Mietwohnung nutzen, samt Büro und Multifunktionsraum für Selbsthilfezwecke.
»In diesem Jahr besteht der Verein 15 Jahre, und das ›neue‹ Schneckenhaus existiert seit zehn Jahren als Begegnungs-, Beratungs-, Informations- und Wohnstätte. In dieser langen Zeit konnte mit Zuspruch und Hilfe vieler Menschen so manche ›glänzende‹ Spur für Parkinsonkranke und deren Angehörige gezogen werden«, ziehen Terweiden und Cuntz Resümee. »Wie sich in diesem Jahr endgültig gezeigt hat, sind wir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, eine neue Wohngemeinschaft zu organisieren, die ständige Beschaffung von Geldmitteln für das Patientenprojekt, die Organisation und Durchführung von Selbsthilfeaktivitäten sowie Arbeiten am Haus in vollem Umfang zu gewährleisten.« Sie suchten nach Voraussetzungen, um ihr ehrenamtliches Wirken fortsetzen zu können. Gemeinsam mit dem ehrenamtlich beratenden Wolfgang Leschhorn vom Verein »Die Wirtschaftspaten« und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband machten sie die »Schneckenhäusler« auf die Suche nach einem Käufer für die Immobilie. Da das Haus auch mit öffentlichen Zuschüssen, Bankdarlehen und Spenden finanziert wurde, kam nur eine gemeinnützige Organisation in Frage. »Verbunden mit einem Wechselbad der Gefühle für uns gehandikapten Hausverkäufer fanden viele zusätzlich belastende Vorgespräche, Hausbegehungen und Schriftwechsel statt. Deshalb war die Erleichterung groß, in der Behindertenhilfe Wetterau einen Käufer aus der Wetterau gefunden zu haben, der einen angemessenen Preis für Grundstück, Gebäude und Inventar zahlen und zudem alle Vereinsverpflichtungen gegenüber öffentlichen und privaten Geldgebern übernehmen kann«, beschreiben Cuntz und Terweiden ihre Gefühlslage.
Auch dem Geschäftsführer der Behindertenhilfe, Reinhold Medebach, war daran gelegen, dass die an Parkinson erkrankten Initiatoren weiter in ihrem Zuhause wohnen können und das Schneckenhaus Anlaufstelle für Rat suchende Parkinsonkranke und Angehörige bleibt. Im Kaufvertrag ist festgelegt, dass eine Wohnung für Cuntz und Terweiden unbefristet zur Verfügung steht.
Auf die »Schneckenhäusler« kommen nun die Abwicklung und größere Räumaktionen inklusive Renovierung zu. »Wir sind traurig, aber auch erleichtert über diese Lösung und wollen mit Zuversicht das neue Jahr angehen«, betont Hilde Cuntz. Sie und Terweiden danken allen Menschen für die Unterstützung in der Vergangenheit. (Archivfoto: Lutz) |
Bild zum Artikel der Wetterauer Zeitung |
Das barrierefreie »Schneckenhaus« mit Multifunktionsraum, mehreren Wohnungen, Aufzug und ebenerdigem Zugang gehört nun der Behindertenhilfe Wetterau.
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Die Schnecke kommt wieder |
Frankfurter Rundschau, Ausgabe Wetterau vom Dienstag, den 22.12.2009
Die Schnecke kommt wieder
Von Roland Bunzenthal
Die Schnecke ist das weithin bekannte Symbol für ein modellhaftes gesundheitliches Selbsthilfeprojekt in Florstadt-Staden. Nach 15 Jahren ehrenamtlicher Arbeit im Begegnungs-, Betreuungs-, Informations- und Wohnprojekt "Schneckenhaus" kommt für den Gründer und Vereinsvorsitzenden Hermann Terweiden (59) das Aus. Sein chronisches Leiden, Parkinson, hat ihm zuletzt die Kraft genommen, die aufreibenden Aktionen, Beratungstätigkeiten und Selbsthilfe-Organisierungen fortzuführen. Am Montag unterzeichnete Terweiden den Verkaufsvertrag, mit dem das Stadener Parkinson-Zentrum an die Behindertenhilfe Wetterau übergeht. Die Organisation mit Sitz in Nidda-Bad Salzhausen will das Haus mit seinen fünf Appartements und einem größeren Versammlungsraum für betreutes Wohnen behinderter Menschen nutzen.
"Wir sind traurig und erleichtert zugleich", betonen Terweiden und seine Partnerin Heide Cuntz bei der Vertragsunterzeichnung. Trotz des Endes seines engagierten Projekts fühle er sich noch zufrieden mit dem Wechsel: "Schließlich wird das Haus weiter zu gemeinnützigen Zwecken fortgeführt", berichtet er. Auch die Tatsache, dass der Verkaufspreis von 400 000 Euro ausreicht, um seine Schulden und die des Trägervereins abzulösen, dass er selbst weiterhin Wohnrecht im Haus genießt, der Tagungsraum ab und zu von ihm weiter genutzt werden kann und nicht zuletzt, dass das große Schneckensymbol im Tagungsraum erhalten bleibt - all dies versöhnt ihn etwas mit dem Wechsel.
Terweiden hatte das 1994 erworbene Haus zunächst gemeinsam mit seiner todkranken Gefährtin Hilde Ulrichs, später mit Heide Cuntz aufgebaut und grundsaniert. Den Kauf finanzierte er teilweise mit seiner Abfindung, die er nach 37 Jahren bei der Firma Hoechst erhielt. In der Folge wandelte er sich zunehmend vom Pharma-Angestellten zum Pharmakritiker, der diverse alternative Therapien gegen Parkinson studierte, probierte und propagierte. Um den "anderen Weg" im Kampf gegen die sogenannte Schüttellähmung zu fördern, gründeten er und Heide Cuntz die Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung, die unter anderem Preise für engagierte Forscher vergibt. Sie wird voraussichtlich in Zukunft das Schnecken-Logo weiter führen.
Die Behindertenhilfe Wetterau ist mit 300 Mitarbeitern, fünf Wohnheimen sowie zehn betreuten Wohngemeinschaften einer der größten Sozialverbände in der Region. |
Absenderangaben der Hilde-Ulrichs-Stiftung: |
Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung Entenfang 7, D-61197 Florstadt-Staden Telefon: 06035/970306, FAX: 06035/970307 Internet: www.parkinsonweb.com e-mail: parkinsonweb@t-online.de
Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen
Unsere Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt, so dass Spenden und Beiträge steuerlich absetzbar sind Spendenkonto der Stiftung: 200 355 376 – Frankfurter Sparkasse - BLZ: 500 502 01 IBAN: DE06500502010200355376 | BIC-/SWIFT-Code: HELADEF1822
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