Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus e.V. |
||||||||
HILDE-ULRICHS-STIFTUNG FÜR PARKINSONFORSCHUNG | Stiftungs-Infos |SCHNECKENPOST Nr. 4 November 2007 |
||||||||
![]() |
||||||||
Der tägliche Kampf um die Körperhaltung !
|
||||||||
Ein Krankheitsmerkmal von Parkinson kann (muss nicht) eine vor allem nach vorn geneigte Körperhaltung sein. Bei SCHNECKENHAUS-Gast Ernst Geweke aus Sachsenhagen kam nach 20-jähriger Erkrankungsdauer nach einem Fahrradsturz im Sommer 2007 noch ein extremes seitliches Abkippen des Oberkörpers hinzu. Je länger eine solche extrem unnatürliche Körperhaltung besteht, umso grösser ist die Gefahr bleibender Schäden und Schmerzen vor allem an Wirbelsäule und Gelenken. Durch die gestauchte Körperhaltung kann es zusätzlich zu Verdauungsproblemen und noch schwerwiegender, zu anhaltenden Entzündungen der Bronchien/Lungen kommen! Deshalb besteht für Betroffene und Angehörige akuter Handlungsbedarf! Neben fachlicher Hilfe durch Neurologen, Orthopäden und Krankengymnasten sind vor allem tägliche eigene passive und aktive Massnahmen notwendig, den Oberkörper wieder aufzurichten! |
||||||||
![]() |
||||||||
Bei dem 1-wöchigen Besuch von Ernst im Oktober 2007 begannen wir noch am Ankunftstag damit, zu verhindern bzw. zu vermindern, dass er z.B. beim Essen nicht seitlich zu sehr abkippt. Mit einem höhenverstellbaren Bürosessel mit Armlehnen und einer zurechtgeschnitte-nen Hartschaumplatte, oben abgepolstert mit einem Kissen, gaben wir ihm einen zusätzlichen seitlichen Halt. Weitere passive Hilfen können z.B. ein Stuhl sein, dessen Rückenlehne man zur zu stützen-den Körperseite dreht, eine eigene mass-geschneiderte Sitzgelegenheit mit seit-lichem Halt, zusätzliche Kissenpolster zur Stabilisierung für Sitzen im Sessel bzw. auf der Couche, die stützende Schulter oder der Arm eines Partners beim Laufen usw. Da Ernst im Laufe der letzen Mo-nate auch das Gefühl für eine gerade Körperhaltung verloren hat, übernahmen wir für ihn sicherlich ab und zu nervend, die „Spiegelfunktion“. Zumindest vorüber-gehend sind mit dem Bewusstmachen der Fehlhaltung Verbesserungen mög-lich. Ganz wichtig sind tägliche eigene Dehn- und Streckübungen, vor allem auf der abgekippten Körperseite. Erfreut hat uns ganz besonders, dass wir Ernst mit unserem Rücken-/Schwerkrafttrainer helfen konnten. Mit diesem Gerät kann man einen Menschen an den Füssen befestigt im Extremfall auf den Kopf stellen. Immer in Abstimmung mit Ernst, haben wir ganz vorsichtig Tag für Tag den Neigungs-winkel steiler gestellt und die Übungs-dauer von 5 auf zum Schluss 15 Minuten verlängert. Es war gut zu beobachten, wie Ernst im Laufe der Sitzungen in eine immer gestrecktere Lage kam und völlig entspannte. |
||||||||
Infostand auf dem „Markt der Möglichkeiten“
|
||||||||
In der Rhein-Main-Halle in Wiesbaden fand am 22.8.2007 eine mit rd. 5.000 vorrangig von ehrenamtlich tätigen Menschen aus Hessen besuchte Veranstaltung statt. Rund fünfzig |
||||||||
![]() |
||||||||
Institutionen, Verbände, Initiativen und Firmen präsentieren ihre Aktionen, Produkte oder Dienstleistungen zum Thema Alter und informierten über Lebensgestaltung in der zweiten Lebenshälfte, speziell zu den Themen, Rente, Patientenverfügung, Bildung, Gesundheit und Ernährung. Wir hatten alle Hände voll zu tun, denn der Informationsbedarf zum Thema “Parkinson” war groß! |
||||||||
Nachbarschaftshilfe durch Karl Heinz May
|
||||||||
Anlässlich seines 85. Geburtstages |
||||||||
![]() |
||||||||
am Pfingstmontag, dem 28. Mai, hatte der Stadener Gründer und Mitbesitzer des Hotels Schloss Ysenburg eine gute Idee. Er verzichtete auf Geschenke und bat seine Geburtstagsgäste um eine Spende für unser benachbartes Selbsthilfeprojekt. Zur Freude des rüstigen Geburtstagskindes, das noch täglich im eigenen Betrieb mithilft, kamen 890 Euro zusammen. Er selbst erhöhte den Betrag auf 1.000 Euro. Diese besondere Spende soll nun als erster großer „Baustein“ für einen neuen Anlauf des Schuldenab-baues unseres SCHNECKENHAUSES genutzt werden. Das große Ziel ist eines Tages ein schuldenfreies SCHNECKENHAUS unserer Hilde-Ulrichs-Stiftung für die Parkinsonforschung übergeben zu können. Die seit Jahren unseren Trä-gerverein belastenden Fremdmittel wa-ren nötig, um den 1994 begonnen Um-bau des alten Bauernhauses mit Scheu-ne durch Neu- und Ausbaumassnahmen zur behindertengerechten Anlauf- und Wohnstelle für Parkinsonkranke und An-gehörige 1999 schnell zum Abschluss zu bringen. Trotz jahrelanger gutnachbar-licher Kontakte nahm sich jetzt erst im Vorfeld des besonderen Geburtstages der Seniorchef des Hotels die Zeit zu einem ausführlichen Besuch des Schneckenhauses. Er war sehr angetan von dem hellen freundlichen Gebäude und der geleisteten ehrenamtlichen Arbeit und wünscht uns viele Nachahmer seiner Idee. |
||||||||
Von Parkinson geheilt ?!
|
||||||||
John Coleman aus Australien war bei seinem Besuch im SCHNECKENHAUS im Mai 2007 nicht mehr anzusehen, dass er einmal sehr schwer an Parkinson erkrankt war! Er kam mit einem übergrossen, sehr schweren Koffer alleine mit dem Flugzeug bzw. der Bahn an, was eindrucksvoll belegte, dass er auch wieder über große Power verfügt. Er berichtete uns über seinen Genesungsweg und sein jetziges Tagesprogramm: morgens 30 Minuten Gymnastik – morgens und abends je 10 Mi-nuten Meditation – Einnahme von Vitamin C und Folsäure – spezielle Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr - bei Bedarf nimmt er in größeren Zeitabständen spezielle homöopathische Mittel ein. An besonders stressigen Tagen spürt John leichte Probleme auf der früher symptombehafteteren Körperseite und ein leichtes Zittern in den Händen! |
||||||||
![]() |
||||||||
Bei John Coleman (Jahrgang 1943) wurde 1995 Parkinson und Anfänge von Multipler System Atrophie (eine Parkinsonsonderform, die sehr schwer und schnell verlaufen kann) diagnostiziert. Er hatte schon erhebliche körperliche Defizite; z.B. waren das selbstständige Fortbewegen und die Sprache schon stark eingeschränkt. Sehr unzufrieden mit der reinen Symptombehandlung und Prognose der Schulmedizin, suchte John entschlossen nach anderen Behandlungswegen. Er stellte sein bisheriges Leben auf den Kopf und erreichte innerhalb von 3 ½ Jahren mit Hilfe von Psychotherapie, Meditation, Homöopathie, Ernährungsumstellung, ausreichender Wasserzufuhr, Bachblüten, Lach-/ Bowen Therapie und Ähnlichem, dass er ab April 1998 vollständig symptomfrei war (zuletzt verschwand das Zittern)! Im Laufe des Genesungsprozesses konnte er auch seine Parkinsonmedikamente wieder absetzen. |
||||||||
- Gesund essen um gesund zu werden
|
||||||||
John gibt Hinweise auf krankmachende „Auswüchse“ unserer immer mehr industrialisierten Nahrungsmittelversorgung. So enthalten unsere heutigen Lebensmittel nicht mehr die Vielfalt und Menge an Mineralien, Vitaminen und anderen Nahrungsbestandteilen (z.B. Antioxidantien bzw. Radikalenfänger = Schutzstoffe, die Reaktionen empfindlicher Stoffe mit Sauerstoff verhindern sollen), die für die Gesundheit wichtig sind. Zudem gehen Experten davon aus, dass zu „Urzeiten“ im Vergleich zu heute, die Menschen Nahrung mit einem wesentlich höheren Fett- und Proteinanteil zu sich nahmen. Allerdings war die Fettzusammensetzung damals gesünder. Sie enthielt z.B. einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren (z.B. Fisch-/Leinöl) und Vitamin C. Heutzutage ernähren wir uns vielmehr mit gesättigten Fettsäuren wie sie z.B. in der Butter oder im Kokosfett vorkommen. |
||||||||
- Verbesserung der Wasserzufuhr:
|
||||||||
Der Wassergehalt beim Erwachsenen beträgt ca. 63 % und hat für unser Leben eine zentrale Bedeutung. Beim Verdauungsvorgang werden Nährstoffe im Wasser des Körpers gelöst. Durch die Körperflüssigkeit (Blut) werden den Körperzellen die gelösten Stoffe und Sauerstoff zur Verarbeitung zugeführt. Der Weitertrans-port der in den Zellen erzeugten chemischen Stoffe (z.B. Hormone) in die Zielorgane und der Abtransport der Schad- und Abfallstoffe über Kot und Urin funktioniert nur mit ausreichender Beteiligung von Wasser. Wasser reguliert z.B. auch die Körpertemperatur. |
||||||||
- Liebe:
|
||||||||
Wissenschaftliche Studien belegen, ist der Mensch verliebt oder lebt in einer liebevollen Beziehung/“Umgebung“, so wird die Produktion von Dopamin, Endorphinen und anderen heilenden Bo-tenstoffen gefördert. |
||||||||
- Lachen – fröhlich sein:
|
||||||||
Wir wissen, dass uns Lachen gut tut. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass viele chemische Vorgänge in unserem Körper beim Lachen ähnlich ablaufen wie wenn wir uns bewegen! Endorphine (unsere natürlichen Schmerzkiller) und viele Neurotransmitter werden beim Lachen in großen Mengen ausgeschüttet, gleichzeitig werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol unterdrückt. Lachen stärkt z.B. auch unser Immunsystem, mindert unser Schmerzempfinden und fördert die Kontrolle über unseren Körper. |
||||||||
- Meditation:
|
||||||||
In einem stressfreien Zustand wie bei der Meditation ist es möglich, die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin (einer der chemischen Stoffe, die mit der Entstehung bzw. dem Ausbruch von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson in Verbindung gebracht werden) zu minimieren. Meditierende haben z.B. eine verbesserte Blutzirkulation, niedrigere Milchsäurewerte (hat z.B. Verringerung von Angst- und Schmerzzuständen zur Folge), eine herabgesetzte Herzfrequenz, ein gestärktes Immunsystem und weisen weniger medizinische Symptome auf. |
||||||||
Gymnastik, Bowen-Therapie und andere Verfahren
|
||||||||
Auf unserer Internetseite haben wir noch weiteres ausführlicheres Wissenswertes in deutsch zusammengestellt. weitere Informationen in englisch im Internet: |
||||||||
Aktionstag zum 11. Welt-Parkinson-Tag
|
||||||||
Bei herrlichem Wetter gab es am 14.4.2007 in und vor dem bunt geschmückten SCHNECKENHAUS viel Grund zum Feiern. Die Resonanz war groß. Es kamen Übernachtungsgäste und zahlreiche Besucher aus der Wetterau, dem Frankfurter Raum sowie aus Essen, Mühlheim/Ruhr, Hannover und Berlin. |
||||||||
- „Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung"
|
||||||||
wurde 10 Jahre alt: |
||||||||
- Vortrag über Akupunktur
|
||||||||
Seit Jahren bemühen wir uns um ergänzende alternative Behandlungsverfahren, da die lebenslange Einnahme von Medikamenten zur Behandlung der Parkinsonkrankheit zu Nebenwirkungen und Wirkungsverlusten führen kann. Als Gastredner konnte der erfahrene Heilpraktiker Dr. Ac Claus-Peter Neumann aus München gewonnen werden. Er ist ein Experte auf dem Gebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TDM), den Anwendungsmöglichkeiten der Akupunktur und besitzt langjährige Erfahrung in der Behandlung Parkinsonkranker. In seinem Vortrag ging er allgemein auf die von der westlichen Medizin abweichende Sichtweise der TCM ein. Danach wird Krankheit und Gesundheit nach ganzheitlichen und energetischen Gesichtspunkten be-trachtet und behandelt und viel Wert auf Vorsorge gelegt. Am Anfang seiner Be-handlung findet eine umfangreiche Aufklärung, Befragung und Untersuchung u.a. mit Pulsdiagnose statt. Da ein ungestörter Energiefluß in der TCM für gesunde Körperfunktionen steht, wird nach Störfeldern wie Zahnherden gesucht. Schwermetallausleitungen, Ernährungsumstellungen und Kräuterbehandlungen gehören bei Bedarf zur Therapie bzw. sind die Vorbereitung für verschiedene Möglichkeiten der Akupunktur. Spricht ein Parkinsonkranker gut auf die Ohr-Akupunktur an, können Implantatnadeln aus chirurgischem Titan neuerdings auch aus resorbierbarem Material (Resomer®) gesetzt werden. Letztere lösen sich nach knapp zwei Jahren wieder auf. Die Akupunkturpunkte werden dokumentiert und der Patient erhält einen Arztbericht. Bei Bedarf gibt es eine Nachbetreuung. C. Neumann hat 49 seiner mit Titannadeln behandelten Parkinsonpatienten nachuntersucht bzw. befragt. Rund 70 % seiner Patienten berichten von einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität bezogen auf Symptome wie Beweglichkeit, Zittern und Versteifungen. In Einzelfällen konnten sogar Medikamente reduziert werden. Neumann ging auf Fragen der Zuhörer ein. Am Nachmittag nahm er sich die Zeit für Einzelgespräche und die Pulsdiag-nose. Erreichbar ist C. Neumann über: |
||||||||
![]() |
||||||||
- Friedensnobelpreis 2007 für Mohammad Ali
|
||||||||
Schliesslich haben wir den 11. Welt-Parkinson-Tag als offiziellen Startschuss für unsere Unterstützungs- und Öffentliichkeitsaktion „Friedensnobelpreis für MUHAMMAD ALI“ genutzt. Spätestens seit wir den weltberühmten Leidensge-nossen Muhammad Ali zusammen mit seiner Frau Lonnie in kurzen Begegnun-gen 2002 in Riesa und 2003 in Frankfurt auf der Buchmesse persönlich kennenler-nen durften sind wir “Ali-Fans”. Wir haben ihn als große Ruhe ausstrahlenden, warmherzigen und humorvollen Men-schen erlebt. Deshalb war es für uns “Ehrensache”, dem offiziellen Antrag der Ghandi-Stiftung in Los Angeles vom Februar diesen Jahres Nachdruck zu verleihen, Muhammad Ali für den Frie-densnobelpreis beim Nobelpreis-Komitee in Oslo vorzuschlagen. Dazu haben wir unter dem Motto “PARKINSON-Initiatiive: ‘Gemeinsam in eine friedliche Zukunft’” ein eigenes Bittschreiben vorbereitet und dieses verteilt. Daraufhin bekamen wir viele Rückmeldungen aus dem In- und Ausland, die wir gesammelt an das Nobelpreiskomitee weitergeleitet haben. Die von dem Parkinsonkranken Günter Wolf und seiner Ehefrau Eva-Maria aus Mühlhausen in Thüringen geleitete Par-kinson-Regionalgruppe Unstrut-Hainich-Kreis der Deutschen Parkinson Vereini-gung hat unsere Idee besonders enga-giert aufgegriffen. Sie haben unsere Kopiervorlage ganz oft vervielfältigt und an Kindergärten, die Stadt Mühlhausen und sogar über verwandtschaftliche Kon-takte bis nach England verteilt. Aus Sicht von uns Parkinsonkranken ist es schade, dass Muhammad Ali 2007 nicht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Wir danken allen, die wie wir versucht haben, den mittlerweile von der Krankheit schwer gezeichneten Muhammad Ali für sein weltweites Werben für ein friedliches Miteinander auf besondere Weise zu ehren. |
||||||||
Auch in diesem Jahr gab es wieder viele Anfragen und Besucher im SCHNECKENHAUS, ebenso zahlreiche Menschen die unsere ehrenamtlichen Aktivitäten finanziell unterstützten. Wir danken herzlichst für jede Hilfe und hoffen, dass der gemeinsame Einsatz âuch 2008 für genügend Lichtblicke sorgt. |
||||||||
|
||||||||
Absenderangaben der Hilde-Ulrichs-Stiftung:
|
||||||||
Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung |
|
|||||||
(C) 2006 - Alle Rechte vorbehalten |
||||||||