Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus e.V.

PRESSE | Pressetext 2006


FSR-/TUINA-Informationsveranstaltung 2006

Florstadt-Staden, den 5. Dezember 2006

Mit nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden gegen Parkinson
5. FSR-/TUINA-Informationsveranstaltung im Schneckenhaus in Florstadt-Staden

Am vergangenen Wochenende trafen sich 20 Parkinsonkranke, Angehörige und Therapeuten zum Erfahrungsaustausch über nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden. Sie gehören zu einer kleinen Gruppe von Menschen, die nicht wie die große Mehrzahl der rd. 250.000 Erkrankten in Deutschland, sich mit speziellen Parkinsonmedikamenten behandeln lassen. Im Mittelpunkt ihres Behandlungsweges steht die „Forceless Spontaneous Release“-Methode. Mit der kurz FSR genannten Heiltechnik versuchen sie die lebenseinschränkenden Krankheitssymptome von Morbus Parkinson in den Griff zu bekommen und streben damit sogar eine Wiedergenesung an. Diese nicht-medikamentöse Behandlungsmethode wurde Mitte der 90er Jahre von Janice Walton-Hadlock aus Santa Cruz in Kalifornien speziell für die Behandlung von Parkinsonkranken entwickelt. Mit dem FSR-Behandlungsverfahren werden Blockaden, Funktionsstörungen und andere Unregelmäßigkeiten, die den Energiefluß im Körper behindern, aufgespürt und danach beseitigt. Hauptaugenmerk gilt dem Magenmeridian, dessen Energieübertragung bei Parkinsonkranken besonders gestört ist. Die rund einstündige Behandlung im Liegen empfinden die Patienten als wohltuend und stärkend. Vor allem in den ersten Wochen oder Monaten kann es zur Verstärkung und Verlagerung der Krankheitssymptome kommen. Häufig berichten Patienten über große Müdigkeit, Schmerzzustände, Hautausschläge oder Reaktionen längst vergessener Verletzungen. Erst nach und nach setzen spürbare Genesungsprozesse ein, die sich durch ein besseres Allgemeinbefinden und ein Nachlassen der Krankheitssymptome bemerkbar machen.

Die wichtigsten Grundlagen der FSR-Behandlung wurden anfangs von der asiatischen Massage-Form TUINA abgeleitet. Mittlerweile ist die Methode immer weiter verbessert und durch zusätzliche Elemente verstärkt worden. Da Parkinsonkranke an einem Mangel des Nervenbotenstoffes Dopamin leiden, soll z.B. durch eine Veränderung der Lebenseinstellung dieses krankmachende Deffizit veringert werden. So fördern positive Einstellung und gute Gedanken die Freisetzung des „Glückhormons“ Dopamin. Angst, Ärger, Sorge, Selbstmitleid und andere herunterziehende Angewohnheiten/Verhalten sollten möglichst reduziert oder gar vermieden werden. Durch diese negativen Einflüsse wird das „Steßhormon“ Adrenalin ausgeschüttet, dass der Dopaminbildung entgegenwirkt. Seit gut einem Jahr wird mit zusätzlichen Visualisierungsübungen gearbeitet, die die Behandlungswirkung noch verbessern helfen. Neben dem Auflegen der Hände auf bestimmte Körperpunkte wie bisher, fördert der Therapeut die Vorstellungskraft des Patienten, in seinen Körper hineinzuschauen und selbst spielerisch und schrittweise positive Veränderungen vorzunehmen.

Lange Zeit waren die deutschen FSR-Anwender auf Therapeutenunterstützung, Methodenverbesserungen und Erfolgsmeldungen von weitestgehend beschwerdefreien Patienten aus Amerika angewiesen. Mittlerweile gibt es in England, den Niederlanden und vor allem in Deutschland eine Reihe weiterer Informations- und FSR-Therapiemöglichkeiten. Die deutschen „Motoren“ dieser Therapieform sind die Heilpraktikerinnen Brigitte Welle aus Radolfzell und Gertrud Werstein aus Heidelberg. Sie verfügen über mehrjährige FSR-Erfahrung und stehen in engem Kontakt mit Janice Walton-Hadlock vom „Parkinson Recovery Project“ in Amerika. Mit nun schon fünf FSR-Informationsveranstaltung seit März 2004 in der Begegnungs-, Beratungs-, Informations- und Wohnstätte namens Schneckenhaus im hessischen Florstadt-Staden helfen die Initiatoren des Patientenselbsthilfeprojektes Hermann Terweiden und Heide Cuntz tatkräftig mit, diese nicht-medikamentöse Behandlungsmethode bekannter zu machen. Die FSR-Behandlung kommt nur bei Patienten in Frage, die neu diagnostiziert sind und/oder bewusst keine Parkinsonmedikamente einnehmen wollen. So haben zumindest Neuerkrankte die sich bewusst für die FSR-Behandlung entscheiden die Chance, ganz auf die lebenslange Einnahme von Parkinsonmedikamenten zu verzichten bzw. den Einnahmebeginn mit der Gefahr belastender Nebenwirkungen hinauszuschieben.

Bisher waren insgesamt 20 deutsche FSR-Patienten im Schneckenhaus. Davon haben 8 Patienten die FSR-Behandlung zwischen wenigen Monaten und rund 2 Jahren abgebrochen und auf die übliche Einnahme von Parkinsonmedikamenten umgestellt. Von 4 weiteren Patienten ist die aktuelle Behandlungssituation nicht bekannt. Für 8 deutsche Patienten ist die FSR-Methode ohne Parkinsonmedikamente nach wie vor die zentrale Therapie. Davon haben 2 Patienten mit 1 Jahr die kürzeste Behandlungsdauer. Die restlichen 6 Parkinsonkranken lassen sich schon 3 Jahre und mehr mit der FSR-Methode behandeln. Nach kritischer Betrachtung lässt sich bis jetzt sagen, dass es bisher zwei der deutschen FSR-Patienten geschafft haben, sehr weitgehend bis vollständig zu genesen. Einer davon ist eine pensionierte Lehrerin, die ganz gesundet ist. Bei dem Zweiten handelt es sich um einen 42-jährigen Universitätsprofessor, der wieder voll arbeitsfähig ist, aber noch leichte Einschränkungen wie ein etwas auffälliges Gangbild hat. Beide benötigen die 1 ½ Stunden dauernde FSR-Behandlung nicht mehr jede Woche sondern nur noch bei Bedarf!





Hermann Terweiden + Heide Cuntz


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